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Funktionale Körpertherapie bezeichnet durch Moshé
Feldenkrais
(1904 - 1984), Thomas Hanna (1928 - 1990) u.a. entwickelte Verfahren, in die neuromuskulären
Wirkkreise des Körpers einzugreifen. Ihr Ziel sind Lern- und
Umlernprozesse zur Erweiterung und Verfeinerung der sensomotorischen
Funktionen und zur Verbesserung der Körperbewusstheit. Funktionale Körpertherapie ist insbesondere wirksam bei der Lösung chronisch verspannter Muskeln, die sich der willentlichen Kontrolle entzogen haben.
Unsere Bewegungs- und Haltungsmuster - auch die unangemessenen und uneffektiven - haben wir erlernt und unserem Nervensystem sozusagen einprogrammiert. Dabei sind unsere körperlichen Muster meist mit bestimmten Gedanken und Gefühlen verbunden. Bei Erschrecken, Angst oder Bedrohung reagieren wir z.B. reflexartig mit einer Kontraktion der Beugemuskeln an der Vorderseite des Rumpfes. Müssen wir uns behaupten oder sind wir Dauerstress ausgesetzt, spannen wir ohne uns dessen bewusst zu sein die Streckermuskeln am Rücken, vor allem im Lenden- und Nackenbereich an. Sind diese Einflüsse besonders heftig oder dauerhaft, bilden sich chronische neuromuskuläre Verspannungen. Ein Teil unserer Skelettmuskulatur hat sich dann unserer willentlichen Kontrolle entzogen. Ohne diese "sensomotorische Amnesie" (Thomas Hanna) aufzulösen, werden wir stets wieder in unsere alten, zur Gewohnheit gewordenen Muster zurückfallen, und dies um so eher, je länger sie bereits Gelegenheit hatten, sich in unser gesamtes Wesen einzugraben.

Wir müssen unserem Nervensystem also die Gelegenheit geben,
uneffektive alte Funktionsweisen durch bessere und gesündere
Haltungs- und Bewegungs-gewohnheiten zu ersetzen. Dies ist zuallererst
ein Lernprozess. Entscheidend dafür, dass dieser Lernprozess erfolgreich wird, ist unser
Körpergefühl. Neue Erkenntnisse der Gehirnforschung zeigen,
dass wir erweiterte Bewegungsmöglichkeiten nicht über
die motorische Seite unseres Nervensystems erlernen, sondern durch
die sensorische Seite, mit der wir unsere Bewegungen
spüren. Thomas Hanna hat dies als "somatisches Lernen"
bezeichnet. Wenn es stattfindet zeigt sich in den meisten Fällen,
dass Veränderungen auf der sensomotorischen Ebene in andere
Ebenen unseres Seins ausstrahlen und auch dort zu neuer Beweglichkeit
und zur Befreiung von starren Verhaltensmustern führen können.
In Ihrer Körpertherapie wende ich daher auch von Moshé Feldenkrais,
Thomas Hanna, meinem Lehrer Dub Leigh und mir selbst entwickelte Methoden an, um Ihnen dabei zu helfen, Ihr Nervensystem
neu zu vernetzen und es gesündere und effektivere Bewegungsmuster
lernen zu lassen. Dazu gehört Ihre selbständige Arbeit
mit Körpergewahrseinsübungen auf CD zwischen den einzelnen
Behandlungs-sitzungen. Als Folge werden Sie einen Zuwachs
an Sensibilität und Bewusstheit bezüglich Ihres Körpers
in Ruhe und Bewegung erfahren. Dadurch werden die Ergebnisse der direkten
"hands-on" Arbeit aus unseren Sitzungen in Ihrem Körpergefühl und
in Ihrem Selbstbild verankert und dauerhaft gemacht. Ihr Gewinn
ist eine deutlich erhöhte Effektivität und Nachhaltigkeit
Ihrer gesamten Körpertherapie.
Bertram Wohak
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